Der Weg zum Titel führt über Heidenheim

22. March 2012
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Freut sich über die regionale Konkurrenz aus Stuttgart: Heideköpfe-Manager Klaus Eckle (Foto: SPORT TOTAL).

Die Heidenheim Heideköpfe erhielten im letzten Jahr sportlich einen herben Dämpfer. Bereits im Viertelfinale kegelten die Bonn Capitals den Deutschen Meister von 2009 überraschend aus dem Titelrennen. Mit dem ambitionierten Aufsteiger Stuttgart Reds sitzt ab dieser Saison zudem eine regionale Konkurrenz im Nacken, die auch schon auf der Alb „wilderte“ und Spieler an den Neckar lotsen konnte. Baseball-Bundesliga.de sprach mit Heideköpfe-Manager Klaus Eckle zu den Saisonplanungen und Aussichten des Heidenheimer Baseballs.

Freuen Sie sich über die kommenden Derbys oder ist die Konkurrenz aus der Landeshauptstadt Ihnen ein Dorn im Auge?
Eckle: Wir heißen die Stuttgart Reds, mit denen wir ja schon eine sehr erfolgreiche Baseball-EM 2010 gemeinsam organisiert haben, im Kreis der Erstligisten herzlich willkommen. Die Nähe der beiden Vereine erlaubt das zuschauerfreundliche Heimspiel-Splitting. Zudem heißt es ja: “Konkurrenz belebt das Geschäft”. Vielleicht gelingt es uns, ein gewisses Medieninteresse für diese Derbys in 2012 aufzubauen, auch wenn ich von vier einseitigen Spielen zugunsten der Heideköpfe ausgehe.

Mit Hagen Rätz und Markus Winkler wechselten zwei verdiente Spieler der Heideköpfe nach Stuttgart. Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe?
Eckle: Hauptsächlich berufliche Gründe: Markus Winkler bekam eine Arbeitsstelle in der Geschäftsstelle des TV Cannstatt vermittelt. Und Hagen Rätz ist die Fahrerei etwas leid und hat es nun einfach näher von seiner Arbeitsstätte in Reutlingen zum Trainings- und Spielort in Stuttgart. Auch wenn ich den Weggang der zwei langjährigen Leistungsträger sehr bedauere, ist es aus Sicht der Spieler nachvollziehbar. Dort haben sie einen Stammplatz sicher und können als 30-Jährige nochmal beim Aufbau von etwas Neuem mithelfen.

Mit Ex-Profi-Pitcher Dustin Bergman ging ein weiterer Leistungsträger. Bahnt sich ein Generationswechsel in Heidenheim an?
Eckle: Ein gewisser Generationswechsel ist sicherlich eingetreten. Dennoch sind mit Simon Gühring, Robert Gruber und jetzt auch Mitch Franke die “Gesichter des Teams” um die 30 Jahre alt. Sie verstehen es, mit Drucksituationen umzugehen. Hinzu kommen noch drei US-Boys mit Profi-Vergangenheit im Baseball-Mutterland und die jungen, international erfahrenen Johannes Schäffler und David Füßer, um nur zwei langjährige Leistungsträger herauszugreifen.
Dusty Bergman hat zum Ende der Saison 2011 sein ursprüngliches Pitching-Niveau leider nicht mehr halten können, so dass hier eine Veränderung, eine Verjüngung notwendig war. Mit Ex-US-Minor Leaguer Patrick Lawson, Ex-College-Pitcher Sean Begley, “dem besten Spiel 5-Pitcher Deutschlands” Peter Dankerl und den (Ex-) Junioren-Nationalspielern Aljosha Schattmann, Bene Antwi, Marius Jelloneck und Johannes Krumm kann Heidenheim wieder auf eine wurfgewaltige Pitcherriege blicken. Und gegebenenfalls kehrt auch noch Martin Dewald im Laufe der Saison zurück.

Letztes Jahr lief es für die Heidenheimer sportlich nicht ganz nach Wunsch. Was wollen die HSB-Baseballer ändern, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen.
Eckle: Schlicht und einfach mehr beziegungsweise härter trainieren und versuchen, aus den Spielern wieder ein echtes “Team” zu formen, das füreinander auf und außerhalb des Platzes durchs Feuer geht.

Wollen die Heidenheimer Saisonziele formulieren?
Eckle: Der Weg zur Meisterschaft führt über Heidenheim. Ich würde mir ein Finale gegen die Buchbinder Legionäre wünschen, das hätte einen besonderen Reiz für die Fans. Und mit der Finalteilnahme hätten wir auch die Möglichkeit, wieder am Europapokal teilzunehmen. Das hat für uns den größten Stellenwert.

Der Fußball-Drittligist 1. FC Heidenheim strebt mit aller Macht in die 2. Liga. Ist die große sportliche Konkurrenz spürbar oder halten Fans und Sponsoren den Heideköpfen weiterhin die Treue?
Eckle: Der Ruf der Sportstadt Heidenheim und damit auch die in den Sport fließenden finanziellen Mittel gewinnt meines Erachtens enorm, wenn mehrere Sportarten wie Fußball, Baseball oder Fechten bei uns erfolgreich sind. Das Faninteresse ist an beiden Sportarten vorhanden, auch wenn wir die Heimspiel-Events noch besser machen müssen, um mehr Fans ins Stadion zu locken. Bei den Sponsoren sind wir mit oder ohne Fußball ohnehin dazu verpflichtet, weiterhin in der deutschen Spitze mitzuspielen, um diese auch langfristig bei der Stange zu halten.

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Veröffentlich von: Matthias Slovig. Matthias Slovig bei kontaktieren