Fernduell um die Tabellenspitze

13. June 2013
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Kyle Waddell und die Bad Homburg Hornets wollen den Stuttgart Reds erneut das Leben schwer machen (Foto: Drobny, I.)

Die Buchbinder Legionäre greifen nach dem fünften Platz beim Europa-Cup in der heimischen Armin-Wolf-Arena am Wochenende wieder ins Bundesligageschehen ein. Die Haar Disciples sind zu Gast in der Oberpfalz am Samstagabend ab 19 Uhr. Genau 24 Stunden vorher kommt es im Mainzer Ballpark zum traditionsreichen Duell der Athletics mit den Mannheim Tornados. Der Samstagnachmittag steht dann im Zeichen des Abstiegskampfes mit den Partien zwischen Bad Homburg und Stuttgart. Das württembergische Derby zwischen den Heidenheim Heideköpfen und Tübingen Hawks sorgt am Sonntagnachmittag für den Abschluss des Spieltages.

Alle Partien können, wie gewohnt, im Liveticker auf www.baseball-bundesliga.de verfolgt werden.

Mainz Athletics – Mannheim Tornados

Mit einem schweren Brocken beginnt die Rückrunde für die Mannheim Tornados. Das Team von Matt Kemp beendete die Hinrunde mit zwei Siegen aus 14 Spielen und steckt mitten im Abstiegskampf. Und mit Mainz wartet der momentane Tabellenführer auf das junge Team aus der Quadratstadt. Gerade die fehlende Erfahrung hat den Tornados schon einige Punkte gekostet. Kein Akteur der Mannheimer konnte in der Hinrunde die 0.300-Marke am Schlag knacken und der Team-Durchschnitt liegt bei gerade einmal 0.166. Auf dem Mound zeigte bisher nur Jan-Niclas Stöcklin starke Leistungen. Sein ERA von 3.31 ist in der team-internen Rangliste der unangefochten Bestwert. US-Pitcher Kemp kommt in der 1. Baseball-Bundesliga Süd nicht in Fahrt und kommt auf einen ERA von 5.14. Neben Joshua Hodges ist der Amerikaner der einzige der regelmäßigen Spiel-Zwei-Starting Pitcher mit einem ERA über fünf. Der junge Anton Helmig ist der erfolgreichste Werfer aus dem Bullpen, der von Philipp Höhlein, Tim Beigel und Christian Schuler komplettiert wird.

Wesentlich besser läuft die Saison etwas weiter nördlich am Rhein. Die Mainzer legten mit den zwei Siegen (7:3 und 13:1) zum Saisonstart in Mannheim den Grundstein für eine erfolgreiche Hinrunde. Nur gegen die beiden Top-Teams aus Heidenheim musste das Team von Ulli Wermuth einen Split hinnehmen, ansonsten ist die Weste der Mainzer blütenweiß. Erfolgsgarant ist dabei zweifelsohne das Starting Pitcher-Duo Decher und Haugen. Die beiden Werfer absolvierten bisher zwei Drittel aller Innings auf dem Mound und kommen auf einen ERA von 2.56. Tim Stahlmann hat sich als erste Wahl aus dem Bullpen etabliert, noch vor Manual Möller und Neuzugang Pascal Raab. Nationalspieler Max Boldt führt die starke Offensive der Mainzer mit einem Batting Average von 0.431 an und hat mit 28 Hits mehr als dreimal so viele Hits wie der beste Mannheimer (Dominik Höpfner, 9 Hits). Im Fernduell mit Heidenheim und Regensburg haben die Mainzer nun die Chance am Freitagabend vorzulegen, während es für die Mannheimer gilt den Anschluss an Bad Homburg und Stuttgart zu halten.

Bad Homburg Hornets – Stuttgart Reds

Erst eine Woche ist seit dem letzten Duell der beiden Teams vergangenen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt trennten sich die Reds und Hornets mit einem Split. Auf Seiten der Hornets hatte erneut das Trio Payne, Waddell, Glynn großen Anteil an der Siegteilung. Dabei musste sich Elliott Glynn in einem spannenden Pitcherduell mit dem Australier Richard Olson nur knapp (3:4) geschlagen geben. Kyle Waddell und Glynn reißen den Großteil der Innings auf dem Wurfhügel ab und werden bei Bedarf von Kevin Nobles oder einen der Wagners (Hans-Jürgen und Kevin) abgelöst. Dabei leistet Pitcher Glynn auch seinen Teil in der Offensive. Zusammen mit Spenser Payne und Glynn komplettiert Fabian Fermin Hernandez das Power-Trio der Hornets.

Die Stuttgart Reds treten in der Bundesliga weiter auf der Stelle. Mit dem knappen Sieg im zweiten Spiel gegen die Hornets in der Vorwoche zumindest das Abrutschen auf den sechsten Tabellenplatz verhindert werden. Der Abstand auf die Play-off-Ränge beträgt nach der Hinrunde aber schon vier Siege. Richard Olson ist ein verlässlicher Starter für Trainer Matti Emery im zweiten Spiel. Eine konstante Lösung für die Rolle im ersten Spiel hat Emery noch nicht gefunden. Markus Winkler, Andy Orfanakos und Marcel Hering wechseln sich mit schwankenden Leistungen ab. Der Trainer bildet zusammen mit Sascha Lutz (AVG. 0.455) und Chris Beck das Herzstück des Stuttgarter Angriffs. Betrachtet man den Kader müssten die Reds Anspruch auf die Play-off-Ränge haben, jedoch greifen bei den Schwaben noch nicht alle Räder ineinander. Umso wichtiger ist ein erfolgreicher Start in die Rückrunde, wenn die Reds noch einmal einen Angriff auf Platz vier wagen wollen.

Buchbinder Legionäre Regensburg – Haar Disciples

Die Buchbinder Legionäre haben den Europa-Cup auf dem fünften Platz beendet und wollen nun in der Rückrunde den Angriff auf die Tabellenspitze starten. Jetzt warten die Haar Disciples auf das Team von Martin Helmig. Das Kräftemessen in der Hinrunde fiel dem verlängerten Winter zum Opfer und ist nun für Juli geplant und bisher wartet der Wetterbericht nur mit guten Nachrichten auf im Hinblick auf das Nightgame am Samstag.

Die Disciples haben mit sieben Siegen aus bisher zehn Spielen den vierten Platz gesichert und bereits einen kleinen Puffer auf den Tabellenfünften aus Stuttgart aufbauen können. In der vergangenen Woche brillierte Brian Fields mit einem No-Hitter gegen die Mannheim Tornados. Fields ist und bleibt gesetzt im zweiten Spiel bei den Disciples. Im ersten Spiel übernimmt Lukas Steinlein den Großteil der Arbeit. Francis Garcia übernimmt im Team von Keith Maxwell den Rest auf dem Mound. In der Offensive liefern sich Joshua Peterson (5) und Michael Stephan (4) ein teaminternes Homerun-Duell und führen auch die Liga beim OPS an. Somit ist das Powerduo der Disciples ein heißer Anwärter auf den Titel des besten Schlagmannes der Liga.

Beim Europa-Cup waren es gerade die Nachwuchskräfte auf dem Mound, die für Furore sorgten. Wolfgang Reitter sicherte sich einen der beiden Wins, den zweiten bekam Jonathan Eisenhuth gutgeschrieben. Trotzdem dürfte es noch keinen Umbruch in der Rollenverteilung bei den Legionären geben. Zu dominant zeigt sich Starting Pitcher Mike Bolsenbroek in der Liga. Justin Kuehn ist die wahrscheinlichste Lösung für das zweite Spiel. Reitter und Eisenhuth werden im Bullpen auf ihren Einsatz warten. Chris Howard, Maik Ehmcke und Christoph Zirzlmeier haben die Abwesenheit von Evan LeBlanc bisher ganz gut kompensiert in der Regensburger Offensive. Einen genauen Termin für die Rückkehr des Amerikaners ließen die Legionäre bisher nicht verlauten. Doch auch ohne LeBlanc sollte es eine spannender Kampf an der Tabellenspitze in der Rückrunde werden.

Heidenheim Heideköpfe – Tübingen Hawks

Die Rollen sind am Sonntag in Heidenheim klar verteilt. Die Heideköpfe sind gegen den Aufsteiger haushoher Favorit. Doch schon in den Hinspielen (2:8 und 2:5) zeigten die Tübinger, dass sie durchaus mithalten können. In der Rückrunde wird sich zeigen wie schnell Neuzugang Sammy de los Santos Laureano den Weggang von Thomas de Wolf kompensieren kann. Im zweiten Spiel ist Joshua Hodges bei den Hawks gesetzt. Und obwohl der Aufsteiger mit nur einem Sieg am Tabellenende steht, musste das Team von Wesley Blunt noch kein einziges mal eine zweistellige Anzahl von Runs zulassen. Davon können einige Kellerkinder, gerade im Norden der Republik nur von träumen. Zu dem stehen die Duelle mit dem Tabellennachbarn aus Mannheim erst noch an. In der Hinrunde war zum geplanten Termin nicht an Baseball zu denken, als der Ballpark der Hawks komplett unter Wasser stand.

Die Heideköpfe von Ex-Major Leaguer Mike Hartley werden auch die vermeintlich leichte Aufgabe mit ihrer Bestbesetzung angehen. Neuzugang Luke Sommer bildet zusammen mit Jack Frawley das Starter-Duo. Zudem zeigte Sommer, dass er die Heideköpfe auch in der Offensive ordentlich unterstützen kann. Im Bullpen stehen Johannes Krumm, Martin Dewald und Peter Dankerl bereit. Den Ausfall von James Kang kompensieren die Heideköpfe mit einem “Heimaturlauber”, wie sie es in der Spielankündigung ausdrücken. Der beste Schlagmann der 1. Baseball-Bundesliga Süd 2012, Andrew Smith, half bereits am vergangenen Wochenende bei den Heidenheimer aus. Die Verletztenliste könnte sich Hartleys Team noch verlängern, James McOwen steht definitiv nicht zur Verfügung und der Einsatz von Benedikt Antwi steht auf der Kippe.

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Veröffentlich von: Matthias Slovig. Matthias Slovig bei kontaktieren