Solingen und Regensburg wollen schnelle Entscheidung – Spannung in Heidenheim und Paderborn

19. July 2012
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Darf Antonio Peraza noch einmal sein Können zeigen oder machen die Buchbinder Legionäre schon in Spiel drei den Sack zu? (Foto: Reinhardt, S.)

Aus acht mach vier lautet die Devise an diesem Wochenende in den DBV Play-offs 2012. Die entscheidende Runde im Viertelfinale steht an und in Solingen und Regensburg kann es am Samstag ein kurzer Nachmittag werden. Die Alligators siegten zweimal deutlich gegen die Mainz Athletics und könnten schon im dritten Spiel den Halbfinaleinzzug perfekt machen. Gleiches gilt für die Buchbinder Legionäre bei ihrem Duell mit den HSV Stealers.

Definitiv zwei Spiele werden die Fans in Paderborn und Heidenheim zu sehen bekommen. Die Untouchables mussten eine überraschende Niederlage gegen die Disciples hinnehmen. Bei einem erneuten Split am Samstag, wäre dann Spiel fünf am Sonntag nötig. In Heidenheim wird es definitiv Sonntagsbaseball geben. Der Saisonauftakt des FC Heidenheim sorgte für eine Verlegung des vierten Spiels auf den Sonntag, ein eventuell nötiges fünftes Spiel würde gleich im Anschluss folgen. Wie gewohnt sind alle Partien im Liveticker verfügbar.

Buchbinder Legionäre Regensburg – HSV Stealers (Stand 2-0)

Die Buchbinder Legionäre wollen am Samstag den Sack möglichst schnell zu machen. “Wir werden versuchen in drei Spielen die Serie abzuschließen und Hamburg keine Chance geben, wieder aufzustehen”, so Martin Helmigs deutliche Ansage vor dem Spiel. Große Veränderungen wird es nicht geben. Mike Bolsenbroek ist als Starting Pitcher gesetzt, und für den Fall der Fälle steht Justin Kuehn als Starter in Spiel 4 bereit. Philipp Hoffschild ist wieder als Reliever eingeplant. Zurück im Kader ist auch Ludwig Glaser, so dass Philipp Howard wieder ins Leftfield rückt. Cedric Bassel wird dem Legionäre-Outfield definitiv Fehlen. Auch wenn die Legionäre auf ein schnelles Ende der Serie drücken, bleibt Helmig dabei: “Wir haben weiterhin großen Respekt vor Hamburg und werden hochkonzentriert in die Partie gehen.”

Nichts war es mit der Überraschung. Nachdem die HSV Stealers in der regulären Saison unter anderem auch den Untouchables Paderborn zwei Siege abknöpfen konnten, klappte dies gegen den amtierenden deutschen Meister nicht. In Spiel eins war die Offensive der Gäste einfach zu stark für Brent Buffa. Im zweiten Spiel vergaßen die Schlagleute der Stealers, dass ihr Trumpf Antonio Peraza auch ein wenig Run Support benötigt. Vor den Rückspielen in der Armin-Wolf-Arena macht sich Headcoach Jens Hawlitzky demzufolge nichts vor: „Drei Spiele gegen Regensburg gewinnen, da sind die Chancen nicht so groß. Wir können also ganz befreit aufspielen. Wir werden natürlich bis zum Schluss kämpfen.“ Es sind alle Spieler fit und auch ein paar Youngsters können sich Hoffnungen auf einen Einsatz auf dem Spielfeld des World Baseball Classic Qualifiers machen.

Untouchables Paderborn – Haar Disciples (Stand 1-1)

Mit einem Split hatten die Untouchables in der Münchner Vorstadt nicht unbedingt gerechnet. Dabei sieht U’s Trainer Stefan Fechtig die Gründe für das erste, verlorene Match hauptsächlich bei seinem eigenen Team. Eugen Heilmann hatte sicherlich nicht seinen basten Tag erwischt, „Auge“ musste unerwartet früh für Daniel Rahn Platz machen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Disciples jedoch schon Kapital aus der Paderborner Schwäche gezogen und die individuellen Schwächen des Nordmeisters ausgenutzt. Trotzdem sind die Ostwestfalen dank der Siegteilung weiter favorisiert und können nun zu Hause den Halbfinaleinzug klarmachen. Zwei von drei möglichen Heimspielen zu gewinnen, sollte im Bereich des Machbaren liegen für Fechtigs Truppe. Vorher lässt sich der All Star Coach auch kein Statement zum möglichen Halbfinale gegen Bonn oder Heidenheim entlocken.

Auch Haars Skipper Dirk Fries will sich im Duell mit den Untouchables nur auf die eigene Leistung konzentrieren: “Wir werden versuchen unsere sehr gute Leistung vom vergangenen Wochenende zu bestätigen. Wenn wir das schaffen, wird es wieder sehr spannend.” Wie schon in den ersten beiden Partien werden die Disciples nicht in Bestbesetzung antreten können, doch das Pitcher-Duo Francis Garcia und Gregor Klinc ist fit. Im Hinblick auf die spannende Serie hält sich Fries alle Optionen offen. “Wir gehen das Wochenende Spiel für Spiel an. Wenn ich also einen der beiden Starter in Relief brauche, dann wirft er auch”, so Fries Devise vor den Partien. Die Disciples bleiben trotz des Splits im Hinspiel der klare Underdog in den Partien, gerade weil der Pitching Staff nicht so tief besetzt ist, wie in Paderborn. Eines kann der Disciples-Trainer mit einem Augenzwinkern sicher ausschließen: “Einen Starting Pitcher Dirk Fries wird es garantiert nicht geben, auch nicht in Spiel 5.”

Solingen Alligators – Mainz Athletics (Stand 2-0)

Tief gestapelt und hoch gewonnen – was hatten die Alligators-Verantwortlichen nicht alles befürchtet, bevor es nach Mainz hing. Am Ende freuten sich die Bergischen über den nie erwarteten Doppelsieg am Hartmühlenweg wie die kleinen Kinder. Mit einem Bein stehe man jetzt im Halbfinale, urteilte auch die Solinger Presse über den Coup gegen die A’s. Auf jenem einen Bein kann man hingegen nicht stehen, beeilt sich Solingens Presseadjutantin Antje Götze-Römer darum, die Ihrigen jetzt nicht abheben zu lassen. Am liebsten würden die Mannen von Norman Eberhardt direkt das dritte Spiel gewinnen um das Halbfinalticket zu lösen. Dazu wird Eberhardt wieder seinen 13-Spiele-Sieger André Hughes auf die Mainzer loslassen. Eine günstigere Gelegenheit eröffnet sich den Gastgebern am Samstag sicher nicht. Shelby Robertson gewann zwar sein Match gegen den Mainzer All Star Pat Haugen, aber wer weiß schon, ob die Rheinhessen noch einmal so gönnerhaft auftreten werden wie in der Vorwoche. Abzuwarten bleibt, wie schwer die Verletzung von Dominik Wulf ist, die er sich in der der zweiten Begegnung in Mainz zugezogen hatte. Für den Fall seines Ausfalls stünde Lars Szameitpreuss als Ersatz parat. „Der Schlüssel zum Spiel ist es, die starken Schlagleute der Mainzer wie Max Boldt oder Mike Larson erneut entweder komplett auszuschalten oder wenigstens ineffektiv zu halten“, so Coach Eberhardt.

“Wir wurden zweimal geschlagen. Aber es ist noch nicht vorbei“, so fasst Outfielder Mike Larsson die Situation der Mainz Athletics treffend zusammen. Das Team von Ulli Wermuth muss alle drei Spiele am Weyersberg gewinnen, um doch noch ins Halbfinale einzuziehen. Dabei gibt es zwei Baustellen bei den Athletics. Die Defensive zeigte sich gegen die Alligators mit sieben Errors ungewohnt wackelig und der Offensive fehlte die Durchschlagskraft. Vor allem Pat Haugen hatten unter den Fehlern seiner Mitspieler zu leiden. Im zweiten Spiel stand es bei den Earned Runs 3:3-Unentschieden, doch die Alligators setzten sich bekanntlich mit 7:3 durch. Es ist jedoch offen, ob Haugen überhaupt noch zum Einsatz kommen wird. Vorher müssen die A’s Spiel drei gewinnen. Hier wird Wermuth alles in die Waagschale werfen müssen. Christian Decher scheint gesetzt als Starting Pitcher und Max Boldt, Manuel Möller und Max Doll werden im Bullpen auf ihren Einsatz warten.

Heidenheim Heideköpfe – Bonn Capitals (Stand 1-1)

Nach der spannenden Serie 2011 zeichnet sich auch in diesem Jahr ein Krimi zwischen den Heideköpfen und Capitals ab. Dabei hätte das Team von Troy Williams mit einer 2-0-Führung auf die Ostalb zurückkehren können. Am Ende gab man eine 5:0-Führung noch aus der Hand und muss nun zwei Heimspiele gewinnen. Diese Siege sind Pflicht für die Heideköpfe, denn das Team von Manager Klaus Eckle will 2012 unbedingt ins Finale, um so einen  Startplatz für den Europa-Cup 2013 zu sichern. Mit Aljoscha Schattmann und Pat Lawson als Starting Pitcher will Williams den Halbfinaleinzug perfekt machen und Revanche nehmen für das bittere Aus im vergangenen Jahr. Mit Peter Dankerl, Aaron Hornostaj, Johannes Krumm und Bene Antwi haben die Heideköpfe noch genügend Pitcher in Reserve, sollte es in dieser Saison ähnlich spannend werden, wie im Vorjahr.

„Wir müssen drei Runden gewinnen, welche ist egal!“, bringt es Bonns Headcoach Mirko Heid vor den Gastspielen am Samstag und Sonntag auf der Alb auf den Punkt. Allerdings wird es in Heidenheim ohne einen Sieg der deutschen Werfer nichts mit dem Weiterkommen. Bonns Achillesferse sind die verletzungs- und formbedingten Höhen und Tiefen in der Werferrotation. Am Samstag ging Moritz Sckaer mit einer Führung in die Heimaufgabe, gab aber dann in einem Inning sieben Runs ab. Ohne Tim Henkenjohann, der auch am Wochenende absentiert, fehlen den Caps angesichts des angeschlagenen Martin Amparo und dem seit seiner USA-Rückkehr wirkungslos gebliebenen Max Schmitz einfach die Alternativen. So hofft Heid vor allem auf den Kampfgeist seiner Mannschaft, die 2011 das entscheidende fünfte Spiel in Heidenheim entgegen vieler Prognosen gewinnen konnte. Dazu bedarf es auch offensiver Glanzlichter, die zuletzt von Daniel Lamb-Hunt kamen. „Play-Off-Zeit ist Heldenzeit“, lautet dann auch die Heid’sche Devise.

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Veröffentlich von: Matthias Slovig. Matthias Slovig bei kontaktieren