Underdogs fordern Play-off-Anwärter heraus

11. July 2013
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Berlins reaktivierter Ales Keprta hatte in Hamburg einen schweren Start und ist gegen die Capitals auf Wiedergutmachung aus (Foto: Reinhardt, S.).

Zwei Wochen der Ruhe liegen hinter den Erstligisten. Zumindest hinter jenen, die keine Nachholpartien zu absolvieren hatten. Samstag und Sonntag steigen wieder alle Teams ins Ligageschehen ein. Tabellenführer Solingen Alligators bekommt es am heimischen Weyersberg mit dem Überraschungsteam aus Dohren zu tun, die zumindest in Spiel zwei mit Joey Zrinzo auf dem Mound eine echte Herausforderung darstellen. Herausfordernd ist auch die lange Anreise der Bonn Capitals nach Berlin, ob die Sluggers als Tabellenschlußlicht gegen den rheinischen Tabellenzweiten ein Bein auf den Borden bekommen werden, bleibt abzuwarten. Am Hamburger Langenhorst trifft der HSV mit dem Rückenwind seiner Kantersiege gegen Berlin auf die Cologne Cardinals und will versuchen Platz vier zu festigen. Sonntagnachmittag kommt es im Hoeschpark zu Dortmund zum ungleichen Westfalenduell zwischen den Wanderers und den Untouchables Paderborn.

Berlin Sluggers – Bonn Capitals

Die Berlin Sluggers bekommen es am Samstag mit den Bonn Capitals zu tun. Erneut sind sie der große Underdog, hoffen aber nicht so unter die Räder zu kommen, wie zuletzt in Hamburg. 0:25 und 0:16 sprechen eine deutliche Sprache. Weder Ales Keprta in seinem zweiten Saisoneinsatz für die Berliner, noch Adam Greenberg konnten als erfahrene Pitcher der HSV-Stealers-Offensive Einhalt gebieten. Das Fehlen von Parsa Bergengrün, Andrew Jones und Benji Kleiner machte sich im Vergleich zu den recht ordentlichen Leistungen gegen die Dohren Wild Farmers am Spieltag zuvor doch arg bemerkbar. Gegen die Capitals soll es nun wieder besser laufen.

Für die Caps bedeutet das Gastspiel in Berlin vor allem ein frühes Aufstehen und viel Zeit auf der Autobahn. Ohne Zweifel gehen die Rheinländer als turmhoher Favorit in die Duelle mit dem Tabellenletzten. Unterschätzen wird Bonns Trainer Mirko Heid die Sluggers trotz deren desaströsen Auftritts in Hamburg jedoch nicht. „Die Spielvorbereitung wird genauso professionell wie gegen andere Gegner auch sein“, betont der Coach. In der Spielpause hatten die Bonner kurzfristig ein Freundschaftsspiel gegen die Untouchabbles organsiert, das der ostwestfälische Konkurrent in der Rheinaue mit 7:5 gewann. Heid hofft am Wochenende auch auf Nils Hartkopf zurückgreifen zu können, der zuletzt angeschlagen war. Ansonsten werden in Berlin Moritz Sckaer oder Maurice Wilhelm im ersten Match den Wurfhügel besteigen und Charley Olson wie gewohnt im zweiten Spiel.

Solingen Alligators – Dohren Wild Farmers

Deutliche Worte zur Spielpause kommen vor dem Gastspiel der Wild Farmers von Solingens Coach Norman Eberhardt. „Das ist nun schon das zweite Mal diese Saison und das schmeckt mir nicht besonders. Es schadet nicht der Spielvorbereitung, aber sehr wohl dem Spiel an sich. Trainieren ist nicht das gleiche wie wirkliche at bats zu haben.“ Den Gegner aus dem Süden Hamburgs betrachtet man am Weyersberg mit dem nötigen Respekt. Dohren ist Eberhardt keine Überraschung. „Die bringen schon seit Jahren für ihre Verhältnisse eine gute Leistung aufs Parkett und haben immer gute Ausländer in ihren Reihen. Sie haben vor kurzem auch Bonn geschlagen und auch das sollte uns Warnung genug sein“, weiß der Übungsleiter zu berichten. Mit Nick Renault und der besten Offensive der Liga im Petto hat er jedoch auch vor Joseph Zrinzo in Spiel zwei keinen Bammel. „Wenn wir konzentriert und fokussiert zu Werke gehen, sollten wir am Wochenende als Sieger vom Platz gehen.“ Klare Worte. Personell können die Allis auf alle etablierten Spieler zurückgreifen. Das Knie von Dominik Wulf mache zwar immer noch ein paar Probleme, aber es werde von Woche zu Woche besser, erläutert Eberhardt. „Wir arbeiten daran ihn für die Playoffs wieder bei 100% zu haben.“

Die Dohren Wild Farmers sind weiterhin dick im Geschäft um Platz vier im Norden. Sicherlich sind sie im Vergleich mit den bestens besetzten HSV Stealers auf dem Papier eher ein Außenseiter, gehören in den letzten Wochen aber zu den besten Teams in der 1. Baseball-Bundesliga Nord. Sechs der letzten zehn Spiele konnten sie für sich entscheiden. Am vergangen Wochenende wiesen sie die Dortmund Wanderers zweimal deutlich in die Schranken. Die beiden derzeit verantwortlichen Coaches Jannis Wedemeyer und Joe Zrinzo erlaubten als Starting Pitcher zusammen nur sieben Hits, zwei Runs (1 ER) und vier Walks in 16 Innings und legten so die Grundlage für den Doppelerfolg. Das Tandem soll nun auch beim Tabellenführer aus Solingen für Furore sorgen.

HSV Stealers – Cologne Cardinals

Die HSV Stealers empfangen am Samstag die Cologne Cardinals am Langenhorst und wollen dort anknüpfen, wo sie gegen die Berlin Sluggers in der letzten Woche aufhörten. 41 Runs brachten sie gegen den Abstiegskandidaten auf die Anzeigetafel und holten sich so Selbstvertrauen für die kommenden Spieltage. Headcoach Jens Hawlitzky zeigte sich nachdem Doubleheader dementsprechend zufrieden. „Die Mannschaft hat sich heute mit den beiden dominanten Auftritten das nötige Selbstbewusstsein geholt, um auch gegen Köln wie schon in den Auswärtsspielen im Mai zwei Siege einzufahren.“ So einfach wie gegen Berlin wird es aber gegen die Cardinals sicherlich nicht.

Kölns Trainer Georg Apfelbaum muss vor dem schweren Gang an die Alster weiterhin auf Fabian Roitzsch (Handbruch) und Simon Schwarzmaier (Knie) verzichten. Die Hamburger Ergebnisse vom letzten Wochenende machen den Cards-Verantwortlichen aber nicht Bange. Immerhin hat seine Mannschaft eine kleine Siegesserie von sechs Spielen in Folge aufzuweisen und sich damit nach Spielen deutlich vom Tabellenende absetzen können. In den Hinspielen unterlagen die Kölner daheim mit 6:13 und 0:6. „Wir sind am Ende eingebrochen“, erinnert sich Apfelbaum an den Verlauf der weitgehend offenen ersten Partie. So erwartet der Coach am Samstag am Langenhorst auch zwei spannende Partien.

Dortmund Wanderers – Untouchables Paderborn

Am Sonntag schließen die Dortmund Wanderers mit zwei Partien gegen die Untouchables Paderborn den Spieltag in der 1. Baseball-Bundesliga ab. Die Abwärtsspirale dreht sich für die Wanderers weiter nach unten. In Dohren konnten sie am letzten Wochenende nichts ausrichten und kassierten demzufolge auch die Niederlagen sechs und sieben in Folge. Im Rennen um eine bessere Position für die Playdowns-Serien scheint damit der Zug abgefahren und Spielertrainer Rene Herlitzius kann weiter testen, wer für den Abstiegskampf am besten gewappnet ist. Dennis Stechmann und Jonas Schwering durften als Starting Pitcher gegen die Wild Farmers ran, hatten aber beide Probleme die Strikezone zu finden, wobei Letzterer die bessere Figur ablieferte.

Die zweiwöchige Spielpause nutzten die Untouchables vor allem zur Regeneration. Das Testmatch in Bonn nahm man gerne mit, zumal es Paderborns neuem Pitcher Matthew Hewitt weitere Spielpraxis verschaffte. Besonders gefreut hat es U’s Headcoach Stefan Fechtig, das Daniel Hinz nach wochenlanger Verletzung wieder ein paar Innings auf dem Spielfeld zubrachte. Der Nord-MVP des vergangenen Jahres wird den Ostwestfalen mehr Punch im Angriff und als Werfer eine zusätzliche Option geben. Bei Jendrick Speer, Dominik Buder und Michael Neuhäuser sieht es dagegen noch nicht mit einem Comeback aus, alle drei gelten als fraglich für den Gang in den Hoeschpark. Westfälische Nachbarschaftshilfe wird es für die Wanderers jedenfalls nicht geben. „Wir werden ohne Rücksicht auf Verluste gegen sie spielen und zwar bis zum bitteren Ende“, äußert Fechtig mit einem Augenzwinkern. So knapp wie im ersten Match der Hinspiele, als seine Jungs nach 0:4-Rückstand 5:4 siegten, soll es auf jeden Fall nicht mehr werden.

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Veröffentlich von: Matthias Slovig. Matthias Slovig bei kontaktieren